Qualifizierungsberater

Die Qualifizierungsberater von Arbeit und Leben Thüringen beraten Unternehmensleitungen, Personalverantwortliche und Mitarbeitervertretungen in Fragen der beruflichen Weiterbildung in Unternehmen. Seit dem 01. Juli 2011 beauftragt der DGB Thüringen Arbeit und Leben mit der Durchführung des Projekts.

Die Qualifizierungsberater sind Teil eines Projekts von insgesamt 18 Qualifizierungs-beraterInnen, das vom Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Technologie (TMWAT) aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds im Jahr 1998 initiiert wurde.

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Hintergrund

Das Projekt wurde vor dem Hintergrund des prognostizierten Fachkräftemangels bis 2020 sowie der bereits bestehenden und sich kontinuierlich verändernden Anforderungsprofile der Beschäftigten in Betrieben eingerichtet.

Ansprechpartner der Qualifizierungsberater im Unternehmen sind Personalverantwortliche sowie Betriebsräte als wichtigste Akteure in der Personalpolitik. Vor allem Betriebsräte haben im Betriebsverfassungsgesetz umfangreiche Mitwirkungs- und Mitbestimmungsrechte in Fragen der beruflichen Bildung.

 

Unterstützungsangebote

In persönlichen Besuchen vor Ort machen sich die Qualifizierungsberater ein Bild vom Unternehmen. Wir nehmen bei Bedarf auch an Betriebsratssitzungen und Gesprächen mit den Personalverantwortlichen teil. Weiterhin organisieren wir gemeinsam mit den Betriebsräten Veranstaltungen und stellen die Möglichkeiten des Projekts auf Betriebsversammlungen vor.

Beratungen an zu den Themen:

  • Mitbestimmungsrechte für
  • Betriebsräte
  • Methoden zur Qualifizierungsbedarfserhebung - wie Mitarbeitergespräche und Mitarbeiterbefragungen
  • Analyse von Qualifizierungs- und Fachkräftebedarfen
  • Fördermöglichkeiten (ESF, Bund, Land, Agentur für Arbeit)
  • Maßnahmeevaluation

Unterstützung bei:

  • der Durchführung von Qualifizierungsbedarfserhebungen
  • der Formulierung konkreter Weiterbildungsinhalte
  • der Suche und Vermittlung entsprechender Bildungsträger,
  • der Bündelung von Maßnahmen
  • der Fachkräftebedarfsanalyse beispielsweise durch eine Altersstrukturanalyse
  • der Personalbeschaffung

Wir bieten Vorträge und Veranstaltungen zu Themen, wie:

  • "Berufliche Weiterbildung und betriebliche Mitbestimmung"
  • "Qualifizierungsbedarfe im Betrieb - Handlungsmöglichkeiten der Interessenvertretung"
  • "Fördermöglichkeiten zur beruflichen Bildung und Fachkräftesicherung in Thüringen"

Ansprechpartner: Holger Adam und Jan Tampe

 

Best Practice

1) Ein Logistikunternehmen in Mittelthüringen befindet in der Mitte Europas. Die Produkte werden in voll automatisierten Gebäuden gelagert und an- und abtransportiert. Rund 750 Mitarbeiter mit fundierten Kenntnissen arbeiten im Unternehmen. Ingesamt hat das Unternehmen über 50 Auszubildende in Lehrberufen. Hinzu kommen Akademiker, die an der Berufsakademie lernen. Eine Mitarbeiterbefragung des Betriebsrates ergeben, dass es Defizite beim Bildungsstand gewerblicher Mitarbeiter gibt.

Die Unternehmensleitung hat positiv auf die Idee des Betriebsrates reagiert, die Mitarbeiter weiterzubilden, so dass sie ihren Berufsabschluss nachholen können. Allerdings sollen keine hohen Kosten für die Firma entstehen. Der Betriebsrat hat dennoch das Vorhaben nicht aus den Augen verloren und Kontakt mit den Qualifizierungsberatern aufgenommen, damit der festgestellte Bildungsbedarf gedeckt werden kann. Inzwischen haben zehn Mitarbeiter einen Test absolviert, um zu prüfen welche Wissenslücken geschlossen werden müssen, bevor eine externe Prüfung zur Fachkraft für Lagerwirtschaft erfolgreich bestanden werden kann. Defizite wurden bei Fachbegriffen und Fremdsprachen analysiert. Die MitarbeiterInnen sind hoch motiviert und bereit, Lernstress auf sich zu nehmen.

Die Qualifizierungsberater haben zudem Bildungsträger und Fördertöpfe gefunden, so dass die Weiterbildung bald beginnen kann.

Die "neuen" Facharbeiter werden nicht sofort von ihrem Abschluss profitieren. Auch die Firma wird kurzfristig keinen Nutzen davon haben. Trotzdem wird sich die Ausbildung langfristig auszahlen: Für den Mitarbeiter als Unabhängigkeit; für das Unternehmen als Fachkräfte-Pool.

 

2) Bei einer Firma aus der Metallverarbeitung zeigten sich erst beim zweiten Besuch Handlungsbedarfe. In einem ersten Gespräch wurde das Projekt präsentiert und gemeinsam mit dem Betriebrat festgestellt, dass im Rahmen der Anschaffung von neuen Maschinen im kommenden halben Jahr neue Qualifikationsanforderungen auf die Beschäftigten des Betriebes zukommen. Nach diesem Zeitraum nahmen wir erneut Kontakt auf. Der Geschäftsführer griff gern auf unser Angebot zurück, einen passenden Weiterbildungsträger zu suchen.

Aufgrund der sehr speziellen Qualifizierungsbedarfe fand eine Konkretisierung des Qualifizierungsbedarfes statt. Es wurden vier verschiedene Dozenten beauftragt, um den Qualifizierungsbedarf decken zu können.

 

Jahresberichte der Qualifizierungsberater:

2012    2011    2010    2009    2008

Interessante Links

Projekthomepage

Qualiservice Thüringen 

Gesellschaft für Arbeit und Wirtschaftsförderung (GFAW) Thüringen

 

Gefördert durch das Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Technologie aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds.

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